Am 3. April diesen Jahres stellte ich fest, dass meine Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin abgelaufen war – leider erst in Angesicht eines Kontrolleurs. Etwas zerknirscht kassierte ich die Zahlungsaufforderung, verbunden mit den Hinweis, dass ich die Summe von 40 Euro auf 7 Euro reduzieren könne, wenn ich meinen Fall bei der entsprechenden Stelle der BVG in der Grundewaldstrasse 1 vortrage.
Mit meiner neuen Karte fand ich mich dort ein, um festzustellen, dass noch über hundert andere Kunden auf die Bearbeitung Ihrer vermutlich ähnlich gelagerten Fälle warteten. Ich wartete guter Hoffnung, da ich sowohl das letzte Monatsticket der abgelaufenen Jahreskarte als auch das erste Monatsticket der neuen Jahreskarte bei mir trug. Als nachgewiesen guter Kunde war ich mit einer freundlichen Behandlung sicher.
Eine Stunde später trug ich meinen Fall der Dame hinter einem der zehn Schalter vor. Ich nahm zur Kenntnis, dass es sich nur um eine Kulanzentscheidung handelte und kein Anspruch auf die Reduzierung der Kosten bestände. Völlig neu für mich war, dass dazu das letzte Monatsticket der neuen Jahreskarte auch vorzulegen war – und die hatte ich natürlich nicht dabei. Auch der Hinweis auf die einstündige Wartezeit, die Zeit für die An- und Abreise zur Grunewaldstrasse und meine jährlichen hohen Zahlungen an die öffentlichen Berliner Verkehrsmittel konnten einen Umschwung bewirken. Erschwerend kam aus Sicht der Angestellten hinzu, dass die abgelaufene Jahreskarte bei der S-Bahn und nicht bei der BVG erworben war.
Mit dem Hinweis, dass das für mich als Kunden unerheblich ist, kam ich auch nicht weiter, sie fand das erheblich. Ich versicherte ihr, in Zukunft nur noch an die S-Bahn zu zahlen(dort bin ich in ähnlicher Situation erheblich freundlicher behandelt worden), und trollte mich.
Rechtlich oder was auch immer mag alles korrekt sein. Da Problem ist, dass ich unvollständige Informationen bekommen habe(wie reduziert man den erhöhten Beförderungsentgelt), über eine Stunde auf die Bearbeitung warten und mir dann anhören musste, ich hätte den Fehler gemacht und ich solle mich doch vorab genauer informieren. Die Kontrolleure seien von einer Fremdfirma und die BVG habe nichts mit den Fehlinformationen zu tun.
Ein Unternehmen, dass seine Kunden so behandelt, verdient es, dem Wettbewerb ausgesetzt zu werden, das wird Dank der EU hoffentlich nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Vielleicht lernt die BVG dann, was Kunden sind und wie man sie behandelt.
Toller Beitrag, der abschliessende Satz gefällt mir.